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Was hat Dorothee uns heutigen Menschen zu sagen?

       
   

Aus dieser Lebenserzählung von Dorothee höre ich vier Botschaften für uns heutige Menschen:

  1. Ehe ist Leben mit Unbekanntem!
  2. Aufgaben haben die Bedeutung in meinem Leben, die ich ihnen verleihe!
  3. Die Phasen einer Ehe bedürfen der sorgsamen Gestaltung!
  4. Zur Erziehung von Kindern gehört die Einsicht, dass wir vieles nicht in der Hand haben!

Ehe ist Leben mit Unbekanntem

 Die Ereignisse des Lebens, die Aufgaben, die Beziehungen, das Gelingen und das Misslingen prägen einen jeden von uns mehr als wir manchmal wahrhaben wollen. Wohin sie prägen, lässt sich nicht voraussagen und wie wir mit den Prägungen des Partners zurechtkommen auch nicht.

Ich stelle mir vor, dass Dorothee an der Seite ihres älteren und mit Gott und Menschen erfahrenen Ehemannes viele Reifeschritte tun konnte. Aber dass sein "Gepackt-Sein" von Gott und die vielen Nöte der Menschen um ihn herum ihn auch mitunter unnahbar und unverständlich, ja kantig gemacht haben. Hier das eigene Harmoniebedürfnis zurückzustellen, Grenzen des Eins-Seins anzunehmen, ja eine gewisse Fremdheit zu ertragen, kann ein langer Weg der Reife sein. Ein Weg, auf dem zwar immer wieder innige Liebe spürbar ist, aber auch Strecken des Unverständnisses, der Enttäuschungen und des Schmerzes.

Aber ich meine, auch verheiratete Menschen haben ihre eigenen Lebensaufgaben, ihre Talente, ihre eigenen Berufungen. Sie gegenseitig zu entdecken, sich dabei zu stützen und zu stärken und die Möglichkeiten des Gemeinsamen und die Grenzen des Verzichtes auszuloten in den verschiedenen Ehephasen ist eine ständige Herausforderung.
Dies kann gelingen auf dem Grundfest der gegenseitigen Achtung, des ständigen Gesprächs und der Suche nach Gottes Willen in unserem Leben.

Aufgaben haben die Bedeutung in meinem Leben, die ich ihnen verleihe.

Viele Menschen in einem Haus zu ernähren und zu kleiden und eine Atmosphäre des Angenommenseins zu schaffen ist keine geringe Aufgabe. Dazu kommt bei Dorothee das Einspringen für ihren Mann bei seiner Abwesenheit, die Begegnungen mit den Menschen, die vor seinem endgültigen Weggang ins Haus kamen und dann mit Pilgern. Und es kann eine unsichtbare, aber grosse Aufgabe sein, Mitwisserin und Mitträgerin von Unaussprechlichem zu sein.

Ich bin überzeugt, dass ein jeder von uns vom Schöpfer mit sinnerfüllenden Aufgaben betraut ist im Laufe des ganzen Lebens. Nur wir sind manchmal versucht, Bedeutung und Grösse von Aufgaben an ihrem "äusseren" Ansehen, also von der vermeintlichen Mehrheitsmeinung der Gesellschaft her zu beurteilen. Aber: Wir dürfen den Aufgaben, die uns das Leben stellt, ihren Sinn und ihre Bedeutung selbst verleihen in ihrem Bezug zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen, zu Gott.

Die Phasen einer Ehe bedürfen der sorgsamen Gestaltung

Eheliche Partnerschaft ist ein Weg mit unterschiedlicher Nähe- und Distanz-Intensität, bedingt auch durch unterschiedliche Anforderungen.

Die Zeit einer Ehe mit erwachsenen Kindern wurde im Mittelalter "Restzeit" genannt und kam wegen der geringen Lebenserwartung selten vor. Heute kann diese Phase des wieder Zu-Zweit-Seins die längste Ehephase sein. Und verdient daher den gestaltenden Blick.

Die meisten heutigen Ehepaare werden nicht herausgefordert, sich auf eine so neue und andere Beziehungsform einzulassen, wie Dorothee und Bruder Klaus es seit seinem endgültigen Leben in der Ranft taten.

Aber jede grössere Veränderung, z. B. Pubertät und Berufsbeginn der Kinder, hat Auswirkungen auf die Partnerschaft. Sich auf Schwierigkeiten und Chancen der Veränderungen nach dem Erwachsenwerden der Kinder und im fortschreitenden Lebensalter einzustellen, ist der erste Schritt zu gestaltenden Überlegungen und zu klärendem Gespräch. Denn Veränderung bedeutet nicht automatisch Verlust, Veränderung kann genauso Reichtum bedeuten.

Zur Erziehung von Kindern gehört die Einsicht, dass wir vieles nicht in der Hand haben.

Das gläubige, gottverbundene Elternpaar Dorothee und Nikolaus hatte "Sorgensöhne": Der älteste Sohn Hans trat politisch in die Fussstapfen des Vaters, übte aber diese Ämter so aus, wie es der Vater verabscheute, nämlich dem Zeitgeist entsprechend, von Bestechung und Korruption beeinflusst. Der zweitälteste Sohn Walter hatte eine etwas stärkere Verbindung zu Bruder Klaus, er war aber ein ausgesprochener Krieger.

In diesen Ereignissen liegt für mich ein grosser Trost für die vielen Eltern heute, deren erwachsene Kinder so ganz andere Wege gehen in Glaube und Kirche, in Sexualität und Partnerschaft. Sie wählen ganz andere Lebensgestaltungen, als ihre Eltern es ihnen vorgelebt haben. Zu viele Eltern martern sich mit Schuldgefühlen!
Denn: Erziehen heisst nicht die genauen Wege der Kinder bestimmen können und dürfen.

Erziehen heisst, die eigene Lebens-, Welt- und Glaubenssicht leben und begründen, darauf vertrauen, dass dieses Grundfest der tragfähige "Unterbau" für den dann eigenen Weg eines jeden Kindes ist. Dass diese eigenen Wege der Kinder heute oftmals ganz anders ausschauen wie die Wege der Eltern liegt auch an dem erstmals in der Weltgeschichte so rasch stattfindenden Wandel des Lebens.

Welche Beurteilung diese Wege in den Augen Gottes finden, werden wir in diesem Leben nicht erfahren. Wir dürfen allerdings darauf vertrauen, dass Gott alle Wege mitgeht und dass Umwege in unseren Augen in Seinen Augen Reifungs-Wege sein können.

Erziehung heisst von Anfang an loslassen und helfen, dass das Kind zu seiner Persönlichkeit findet. Gestalt, Talente, Schwächen und Aufgaben dieser Persönlichkeit haben wir nicht in der Hand. Erziehen heisst auch loslassen von "Über-Verantwortung"!

Dorothees Weg zeigt mir, dass Leben immer wieder Entscheidungen fordert, dass Entscheidungen immer ein Wagnis beinhalten, dass Leben viel Unvorhergesehenes mit sich bringt und dass es unverständliche Lebensstrecken gibt. Ein Bild hilft mir, in unverständlichen Strecken durchzuhalten: Das Bild vom Teppich! Ein Teppich hat eine Werk- und eine Schauseite. Auf der Werkseite geht es oft wirr durcheinander, sind Knöpfe und Fäden - dieses Durcheinander ist aber die Rückseite eines wunderbaren Musters. Der Blick für die Muster unseres Lebens ist uns oft nur ansatzweise geschenkt, entgültig wird ihn uns erst die Todesstunde bescheren.

Gott, die Menschen und das Leben sind nicht in Formen zu pressen, nicht berechenbar, nicht kalkulierbar, nicht einklagbar - es gilt sich einzulassen, zu suchen, anzunehmen und zu vertrauen, dass der grosse Gott einen guten Weg mit einem jedem von uns geht.

Dorothee - ein Leitbild für uns heute?

Manchem Zeitgenossen mag sie zu demütig erscheinen, sich zu stark zurückzunehmen, zu wenig eigenständig sein, nicht durchsetzungsfähig, wie man heute zu sagen pflegt. Ist das nicht allenfalls der erste, oberflächliche Blick, der so urteilen lässt?
Ich meine, ihre Lebenshaltung zeigt, dass sie eine starke Frau war, denn - schauen wir in unser Leben:
Es erfordert eine starke Persönlichkeit, eine Liebe zu leben, die Freiheit lässt;
es erfordert eine starke Persönlichkeit auch heute oder gerade heute, den Willen Gottes über das eigene Wollen zu stellen
und es erfordert eine starke Persönlichkeit gerade in unserer Zeit, in der fast alles machbar geworden ist, verzichten zu können und loszulassen um eines höheren Zieles willen.
Für mich ist sie eine Frau, die wirkliche Liebe gelebt hat, wirkliche Liebe zu ihrem Mann, zu Gott, ich traue mir sagen, zu Gott und zu den Menschen - wie es auch unser Lebensauftrag ist. Dadurch ging und geht soviel Segen aus vom Leben dieser beiden Menschen: Bruder Klaus und Dorothee.

Hedwig Beier, Fahnbach 1, D - 84533 Haiming / www.hedwig-beier.de

     
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