Die Familie von Flüe auf dem Flüeli

Das Flüeli besteht aus einer Ebene, die in die Steilhänge der Sachsler Berge übergeht. Die Ebene ist nach Osten begrenzt durch die Ranftschlucht, nach Nordwesten durch einen markanten Felsen und eine bewaldete Kuppe. Vom Felsen (Fluo) leiten die Familie (von Flüe) und der Ort Flüeli) den Namen her. Er schützt auch die Hofstatt von Heini von Flüe und Hemma Ruobert. Sie geben ihrem 1417 geborenen Sohn den Namen Niklaus - Patron der Kirche St. Niklausen, die von der andern Ranftseite herüber grüsst. Das Geburtshaus ist bis heute erhalten geblieben. Es hat allerdings mehrere Umbauten erfahren.

Der gesunde Bauernbub ist wohl geborgen bei Eltern und Geschwistern, in Sippe und urwüchsiger Landschaft. Oft steigt der junge Niklaus auf die "Fluo". Hier überblickt er seine ganze Welt - den elterlichen Hof auf der einen, seine erweiterte Heimat, das Obwaldnerland, auf der anderen Seite. Er lernt vom Vater das Handwerk eines Bauern: Wiesen und Äcker pflegen, Vieh besorgen, Bäume fällen und Holz zurüsten für das Herdfeuer und den Stubenofen, Balken zuschneiden zum Bauen.

Der Jugendfreund Erny Rohrer erzählt, sie hätten als Kinder oft mit Niklaus gespielt und viel gemeinsam unternommen. Er sei "stets ein anständiger, gütiger, tugendhafter, frommer und ehrlicher Mensch gewesen, der niemanden erzürnte". Der Bub Niklaus besitzt neben dem praktischen Sinn auch einen ernsthaften Charakter. Oft zieht es ihn von den Spielen der Kameraden weg. Hinter einem Schopf oder sonst an einem einsamen Ort verbirgt er sich, betet und denkt nach. Dabei bleibt er immer wieder an inneren Bildern (Visionen) haften, die sein innerstes Wesen deuten: Das heilige Öl der Taufe erinnert ihn an die Grösse seiner Berufung, ein Stein an die Festigkeit und Beständigkeit seines Wesens, ein Stern ermahnt ihn zur Aufgabe, anderen Orientierungspunkt zu sein. Niklaus arbeitet ernsthaft an sich, verzichtet auf vieles und beginnt schon früh zu fasten. Er ist auf dem Weg zu einem reifen und lebenstüchtigen Mann.

Gedruckt am 24.11.2017 / www.bruderklaus.com

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